Kreuzotter: neues Schutzprojekt in der Oberpfalz gibt Hoffnung
Pressath/Oberpfalz – Die Kreuzotter (Vipera berus), Deutschlands einzige einheimische Giftschlange, kämpft ums Überleben. Doch ein frisches Projekt in der nördlichen Oberpfalz könnte den Trend kehren. Im Auftrag der Regierung der Oberpfalz kartiert Experte Andreas Schmiedinger seit 2025 die Bestände im Forstbetrieb Schnaittenbach. Ziel: Kernpopulationen stärken und Verbundflächen schaffen.
Noch vor 20 Jahren waren Kreuzottern hier alltäglich. Heute bedrohen intensive Landnutzung, Verkehrsstraßen und Klimawandel die Art. „Die Zerschneidung der Habitate verursacht genetische Isolation und viele Verkehrsopfer“, erklärt Schmiedinger. Der Forstbetrieb Schnaittenbach erweitert bereits sein Naturschutzkonzept mit Mahd, Sonnplätzen und Verstecken.
Bundesweit schrumpfen die Populationen dramatisch. Als „Reptil des Jahres 2024“ geehrt, gilt die kälteliebende Viper als Klimaverliererin. In Sachsen-Anhalt fließen 750.000 Euro in Zuchtstationen und Auswilderung – 2024 wurden erste Jungtiere im Raum Zeitz freigelassen. Im Harz melden Nationalparks 16 gesicherte Nachweise 2024, ein Hoffnungsschimmer.
Neues Projekt in der nördlichen Oberpfalz
Das Oberpfälzer Vorhaben umfasst Bestandserhebungen und einen „Werkzeugkoffer“ mit Maßnahmen. „Wir bauen Ausbreitungsmöglichkeiten auf“, betont die Regierung. Schmiedinger zeigt ideale Lebensräume: offene Moore, Heiden und Waldränder mit Mäusen, Fröschen und Eidechsen als Beute.
Bestandserhebungen und Schutzmaßnahmen
Die Schlange, erkennbar am Zickzackband und senkrechten Pupillen, braucht vernetzte Flächen. Weibchen bis 90 cm gebären 10–20 Jungtiere lebend. Früher gejagt, heute streng geschützt – Projekte wie in Brandenburg (Rohatsch) oder NRW (Venner Moor) zeigen Erfolge.
Experten mahnen: Ohne Handeln droht Aussterben. Die Oberpfälzer Initiative könnte Vorbild sein. Beobachtungen sind willkommen – doch: Finger weg, die Scheue ist harmlos für Menschen.
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