Dänemark: 345 Hektar Moor werden renaturalisiert
Großes Naturschutzprojekt in Nordjütland zeigt Erfolg
In der dänischen Region Nordjütland findet ein beeindruckendes Renaturierungsprojekt statt: Das Store Vildmose Hochmoor, eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete Dänemarks, wird teilweise wiedervernässt. Nach über 100 Jahren intensiver landwirtschaftlicher Nutzung werden 345 Hektar entwässertes Ackerland nun in ihre ursprüngliche feuchte Moorlandschaft zurückverwandelt.
Das Projekt ist Teil einer ambitionierten dänischen Klimastrategie. Ein breites Mehrheit des dänischen Parlaments beschloss 2021, etwa 100.000 Hektar kohlenstoffreiche Moorböden aus der landwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Store Vildmose steht dabei exemplarisch für diese Bemühungen.
Beeindruckende Klimabilanz
Die Zahlen sind bemerkenswert: Die Wiedervernässung wird jährlich etwa 70.000 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen – ein Klimavorteil, der dem ökologischen Fußabdruck von über 10.000 Dänen entspricht. Zudem werden 930 Tonnen Stickstoff pro Jahr reduziert. Dies geschieht durch die Verfüllung von 25 Kilometern Gräben und die Blockade mehrerer Kilometer Drainagerohre.
Biodiversität im Fokus
Das Projekt zeigt, wie Klimaschutz und Biodiversitätsschutz Hand in Hand gehen können. Hochmoore sind bedrohte Naturtypen, geprägt durch ihre baumlosen, offenen Flächen und das Fehlen von Bäumen. Wenn die Flächen wieder vernässt werden, stoppt die Zersetzung von Torf in den Bodenlagen – statt als CO2 in die Atmosphäre zu entweichen, bleibt der Kohlenstoff gebunden.
Die Naturschutzbehörde Naturstyrelsen arbeitet aktiv an der Umsetzung. Erste Untersuchungsergebnisse sollen bis Ende 2025 oder Anfang 2026 vorliegen. Ein weiteres großes Projekt in der nordwestlichen Region (Ørnefenner) mit etwa 3.100 Hektar Fläche befindet sich bereits in der Planungsphase.
Ein Modell für nachhaltigen Erfolg
Das Store Vildmose Projekt demonstriert ein erfolgreiches Modell: Landwirtschaftliche Extensivierung kombiniert mit Moorrenaturierung schafft neue Lebensräume für Insekten, Amphibien und Vögel – während gleichzeitig bedeutende Klimagewinne realisiert werden.
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